Der planZ - Bildungsletter vom 15.08.2008

VOLKSWIRTSCHAFTSLEHRE / WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTEN


Ein Beispiel: Die finanzielle Zusammenarbeit ist eines der wichtigsten Instrumente der deutschen Entwicklungshilfe und Entwicklungspolitik. Ihre Hauptaufgabe ist, die Partnerländer bei der Finanzierung von Maßnahmen zu unterstützen, die für ihre Entwicklung wichtig sind - zum Beispiel Investitionen in das Bildungs- und Gesundheitssystem, in die Infrastruktur, in den Umweltschutz oder in die Landwirtschaft. Um solche Projekte zu verwirklichen, analysieren und evaluieren Volkswirte die Haushalte der Partnerländer, entwickeln Strategien und planen Projekte.

Die Wissenschaft: Die Volkswirtschaftslehre versucht Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu beantworten und Entwicklungen zu prognostizieren. Dafür entwickelt sie Modelle des Wirtschaftsablaufs, die das Verhalten von Haushalten und Unternehmungen aller Art in Märkten beschreiben und die Entwicklung von Preisen, Löhnen, Produktion und Handel erklären. Diese Modelle erlauben es, komplizierte wirtschaftliche Zusammenhänge auf die wirklich essentiellen Einflussgrößen zu reduzieren und daraus logische und zugleich verständliche Schlussfolgerungen zu ziehen. So kann man mit Hilfe dieser Modelle die unterschiedlichsten Fragestellungen des gesellschaftlichen Miteinanders besser angehen, wie z.B. : Wie kann die Arbeitslosigkeit nachhaltig bekämpft werden? Wie sollen die Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten optimal geregelt werden? Warum brauchen wir eine Gesundheitsreform? Fördert oder behindert der Euro Wohlstand und Stabilität in Europa? Was bringt die Globalisierung?, Etc.

Das Studium: Den Kern des Studiums bilden die Mikro- und Makroökonomie sowie Ökonometrie. Hinzu kommen die Hilfswissenschaften wie Mathematik, Statistik und Wirtschaftsinformatik und natürlich wichtige Bereiche der Betriebswirtschaftslehre. Je nach Hochschule und Ausrichtung des Studiums werden außerdem Module aus den Bereichen Arbeitsmarktökonomie, Bildungsökonomie, europäische Wirtschafts- und Währungsintegration oder Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung gewählt werden.

Die Studiengänge: Grundständige Vollzeitstudiengänge der Volkswirtschaftslehre werden an fast allen großen Universitäten angeboten. Einen besonders guten Ruf unter Studierenden genießen die Unis in Bayreuth, Erfurt, Göttingen, Hohenheim, Jena, Kiel, Magdeburg, Mannheim, Regensburg, Tübingen, Marburg und Ulm.

Der Beruf: Volkswirte sind Generalisten, die sich nicht auf einen bestimmten Beruf, eine bestimmte Branche festlegen lassen. In ihrem Beruf bereiten sie die Grundlagen für kundenorientierte, staatliche oder unternehmens- bzw. verbandsbezogene wirtschaftliche Lösungen vor. Sie arbeiten in volkswirtschaftlichen Abteilungen von Parteien, Verbänden, Banken oder Unternehmen, wo sie z.B. wirtschaftliche Entwicklungen analysieren oder politisch gewollte Veränderungen wirtschaftlich abschätzen. In Finanzabteilungen von Unternehmen stellen sie innerbetriebliche Steuerungs- und Kontrollinformationen bereit, sorgen für die Beschaffung von Kapital und für dessen wirtschaftlichen Einsatz. In Personalabteilungen planen sie den Personalbestand. Im Marketing planen, steuern und kontrollieren sie Absatz und Nachfrage, z.B. durch Werbung, optimieren verkaufsfördernde Maßnahmen und die Verkaufsorganisation. Im PR erarbeiten sie Strategien und Programme und betreiben Medien- und Lobbyarbeit.

Die Berufsaussichten: Der Arbeitsmarkt für Volkswirte bietet trotz Unkenrufen sehr gute Zukunftsperspektiven! Viele der bekannten Beratungsfirmen stellen mit Vorliebe Volkswirte ein, weil hier vor allem die Fähigkeit zum analytischen Denken gefragt ist. Auch von staatlichen Stellen werden Volkswirte zunehmend nachgefragt Die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds suchen laufend nach promovierten Volkswirten, und in beiden Organisationen wurden in den letzten Jahren viele Deutsche eingestellt. Weniger rosig sieht es auf dem wissenschaftlichen Arbeitsmarkt an deutschen Hochschulen aus.

 

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