Der planZ - Bildungsletter vom 06.03.2009
mit folgenden Themen...

Studiengang Kurzprofil: Psychologie
Tipps für Studierende: Schweden: Gut studieren ohne Studiengebühren
Neues aus der Hochschullandschaft: Lehr-, Lern- und Trainingspsychologie - Uni Erfurt

 

PSYCHOLOGIE

Die Wissenschaft: Die Psychologie beschäftigt sich mit dem Erleben, Verhalten und Handeln von Menschen. Auf Grund ihrer Vielseitigkeit ist es schwierig, sie eindeutig einem Wissenschaftsbereich zuzuordnen. Je nachdem, welche Universität man betrachtet, ist die Psychologie den Geistes- und Sozialwissenschaften, der Erziehungswissenschaft oder den Naturwissenschaften zugeordnet. Die Psychologie ist eine empirische Wissenschaft, dass bedeutet die Ergebnisse werden vorrangig durch Beobachtungen und Experimente gewonnen. Psychologische Fragestellungen überschneiden sich häufig mit Fragen aus der Soziologie, der Pädagogik und den Wirtschaftswissenschaften (BWL/ VWL).

Das Studium: Im Grundstudium Psychologie muss man einige harte Nüsse knacken. Es gibt Pflichtmodule in den Bereichen Methodenlehre, wissenschaftliches Arbeiten und Statistik. Letztere begleitet einen durch das gesamte Studium und ist die „Sprache der Psychologie“, dafür lernt man auch, mit dem Statistikprogramm SPSS umzugehen. Außerdem erwirbt man Grundlagen in Physiologie, Biologie und Anatomie.

Die Studierenden bekommen aber natürlich auch Einblick in alle Teilbereiche der Psychologie. Hierzu gehören: Allgemeine Psychologie, differenzielle Psychologie, klinische Psychologie und Entwicklungs- und Sozialpsychologie. Im Laufe des Studiums können sich die Studierenden dann auf einen dieser Bereiche spezialisieren.

Die Studiengänge: Je nach Ausbildungsziel variieren die Studienmöglichkeiten. Wer Psychologe werden möchte studiert Psychologie an einer Universität. Daneben gibt es aber viele verwandte Studiengänge mit einem hohen Spezialisierungsgrad die sowohl Universitäten als auch Fachhochschulen im Programm haben: Wirtschaftspsychologie, Kommunikationspsychologie, Sportpsychologie, pädagogische Psychologie, Psychiatrie oder Lehr-, Lern- und Trainingspsychologie. Einen besonders guten Ruf nach dem Ranking der Wochenzeitung Die Zeit (2007), genießen die Unis in Dresden, Freiburg, Heidelberg, Marburg.

Der Beruf: Die Psychologie ist, wie schon beschrieben, eine Grenzwissenschaft, die mit vielen anderen Wissenschaften in Verbindung steht. Psychologen sind dafür bekannt, dass sie sehr gut interdisziplinär denken können, deshalb werden sie gerne an Schnittstellen eingesetzt und sind nicht auf bestimmte Branchen und Berufe festgelegt. Psychologen können sowohl an Universitäten, als auch in der freien Wirtschaft oder nach zusätzlicher Weiterbildung als Therapeut tätig sein. Welchen Beruf man also nach dem Psychologiestudium ausübt, hängt sehr stark vom eigenen Schwerpunkt ab. Nach wie vor arbeiten aber die meisten Psychologen im klinischen Bereich. Zusätzlich gewinnen z.B. Freizeit- und Sportpsychologie, sowie Verkehrs- und Umweltpsychologie als Beschäftigungsfelder an Bedeutung. Auch die Bereiche Markt- und Meinungsforschung oder Marketing, bieten Jobs für Psychologen.

Die Berufsaussichten: Der klinische Bereich bietet größtenteils gute Berufsaussichten. Psychologieabsolventen mit anderen Schwerpunkten, haben zwar viele Möglichkeiten, sind aber auch Leidtragende der ungünstigen konjunkturellen Lage. Auf jeden Fall empfiehlt sich für einen erfolgreichen Berufseinstieg, bereits während des Studiums Erfahrungen durch Praktika zu sammeln und Kontakte zu knüpfen.

Abgrenzung zur Psychiatrie: Psychiater sind Fachärzte und sind mit der Diagnose, Therapie und Präventionen psychischer Krankheiten beschäftigt. Sie führen medizinische, zum Teil auch operative Eingriffe durch und verschreiben Medikamente. Im Kern geht es um die körperliche Ursachen einer psychischen Störung und deren medizinische Behandlung.

Psychologen sind von der reinen fachlichen Einordnung nicht ganz so leicht zu zuordnen. Im Ursprung liegen sie zwischen den Geisteswissenschaften und den Naturwissenschaften. In jedem Fall ist die Psychologie eine empirische (beobachtende) Wissenschaft, die sich der Beschreibung von Verhalten und Erleben des Menschen und den Ursachen hierfür widmet. Psychologen sind keine Mediziner und dürfen keine Medikamente verschreiben oder gar operative Eingriffe durchführen. Die Therapieform der Psychologen ist das therapeutische Gespräch.

Als hauptsächlicher Unterschied kann also gefolgert werden, dass sich der Psychiater vorwiegend mit den körperlichen Ursachen psychischer Erkrankungen beschäftigt, während sich der Psychologe eher mit den "seelischen" Ursachen auseinander setzt. Dabei sind die Übergänge fließend.

SCHWEDEN: GUT STUDIEREN OHNE STUDIENGEBÜHREN
Wer Lust hat ein Teil seines Studiums oder vielleicht sogar die gesamte Studienzeit im Ausland zu verbringen und keine Studiengebühren zahlen möchte, der ist in Schweden richtig.

Ein weiterer Vorteil: die Unterrichtssprache ist in vielen Fällen Englisch. Die Englischkenntnisse können über einen internen Test der Heimatuni (Level B2), den TOEFFEL oder den IELS nachgewiesen werden. An den 16 schwedischen Universitäten studieren im Moment ca. 25 000 Ausländer. Sie genießen die moderne Ausstattung der Hochschulen und die gute Betreuung.

Seit 2007 sind die Studienabschlüsse in Schweden vollständig an das Bachelor-/Master- System angepasst. Zulassungsvoraussetzungen sind eine allgemeine in einzelnen Fällen auch fachgebundenen Hochschulreife und das erfolgreiche Bestehen eines Auswahlverfahrens.

Der einzige Wermutstropfen sind die hohen Lebenshaltungskosten, die in Schweden anfallen, doch dann muss man vielleicht den Gürtel etwas enger schnallen und hat dafür, ein qualitativ hochwertiges Studium in englischer Sprache.

BA Lehr -, Lern-, und Trainingspsychologie - UNI ERFURT
Der Studiengang Lehr-, Lern- und Trainingspsychologie (LLTP) in Erfurt bietet ein Psychologiestudium, ohne physiologische und biologische Grundlagen mit dem Schwerpunkt lehren und lernen. Zusätzlich wird ein Nebenfach belegt, das man selber wählen kann und der Bereich Studium Fundamentale, der Sprach- und Computerkurse und kreative Projekte beinhaltet.

Je nachdem welches Nebenfach gewählt wird, qualifiziert der Bachelor LLTP entweder eher für Tätigkeiten bei Bildungsträgern und in Schulen, oder für Jobs in der freien Wirtschaft im Bereich Personal.

In den ersten zwei Semestern, erhält man eine Grundausbildung in Methoden und Statistik inklusive SPSS und besucht Einführungsveranstaltungen in den Bereichen Allgemeine und Differentielle, oder Sozial- und Entwicklungspsychologie. In der Qualifizierungsphase (nach einem Jahr) entwirft und betreut man ein eigenes Forschungsprojekt und wertet dieses aus. Studierende absolvieren außerdem zwei Wahlmodule, die einen höheren Berufsbezug haben. Die Organisation des Studiums zielt auf die Entwicklung der Fertigkeiten zur selbstständigen Erarbeitung wesentlicher Inhalte sowie zur reflektierten und strukturierten mündlichen bzw. schriftlichen Kommunikation. Mit dem Bachelor LLTP wird ein berufsqualifizierender Studienabschluss geboten, der nicht durch einen Master (MA) ergänzt werden muss.

Mit dem Studium Lehr-, Lern- und Trainingspsychologie ist man für folgende Berufsbereiche besonders gut gerüstet: Organisations-, Personalberatung, Marktforschung und Erziehungsberatung.

Weitere Informationen über Lehr-, Lern- und Trainingspsychologie erhältst du unter: www.uni-erfurt.de/psychologie

 

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