Der planZ - Bildungsletter vom 23.02.2009
mit folgenden Themen...

Studiengang Kurzprofil: Soziologie 
Tipps für Studierende: Studienfinanzierung durch Stipendien
Neues aus der Hochschullandschaft: Consumer Affairs - neuer Masterstudiengang der TUM

 

SOZIOLOGIE
Ein Beispiel: Hochschulen sind die Heiratsmärkte unserer modernen Gesellschaft. Dies fanden die Soziologen Hans-Peter Blossfeld und Andreas Timm heraus, als sie 2003 in 13 Ländern untersuchten, welche Rolle das länderspezifische Bildungssystem für die Partnerwahl spielt. Dabei fanden sie heraus, dass die sogenannte Bildungshomogamie besonders bei Frauen und Männern mit hohem Qualifikationsniveau in den vergangenen Jahren stetig gewachsen ist. Als Gründe hierfür nennen die Forscher sowohl die langen Ausbildungszeiten als auch die steigenden Frauenquote an den Hochschulen. Ebenfalls spielt ein verändertes Rollenmuster eine wichtige Rolle: Junge Männer bevorzugen heute zunehmend Frauen mit möglichst hohem Bildungsgrad und hohem zu erwartenden Einkommen. Dieses soziologische Phänomen führt allerdings zur wachsenden Schließung sozialer Kreise und damit indirekt zu einer Vergrößerung der sozialen und ökonomischen Unterschiede. Kurz gesagt: "An der Uni baggern ist unsozial."

Die Wissenschaft: Die Soziologie befasst sich mit den Voraussetzungen, Formen und Entwicklungsprozessen des menschlichen Zusammenlebens und untersucht die Strukturen und Wechselwirkungen in der Gesellschaft und ihre Auswirkungen auf Verhaltensweisen von Einzelnen und Gruppen. Sie beschäftigt sich also mit sozialen Strukturen wie Familien, gesellschaftlichen Gruppen, mit Arbeit, Geschlechterverhältnissen, sozialen Netzwerken, mit Medien, Migration, etc. Für viele Themen haben sich spezielle Soziologien etabliert, wie z.B. die Arbeitssoziologie. Soziologische Fragestellungen überschneiden sich häufig mit Fragen aus der Sozialpsychologie und anderer Sozial- und Geisteswissenschaften, wie etwa der Philosophie.

Das Studium: Um soziologische Fragestellungen umfassend verstehen und bearbeiten zu können, müssen sich Studierende im Grundlagenstudium zunächst einmal mit der „grauen“ Theorie beschäftigen und die Ansätze, Begriffsrahmen, Theorien und Methoden der Soziologie verstehen lernen. Die ersten Studienjahre verbringen die Studenten deshalb mit dem Studium alter und neuer theoretischer Texte, etwa von Max Weber und Georg Simmel. Zum Leidwesen vieler angehender Soziologen gehört dazu auch Grundlagenwissen in empirischer Sozialforschung, weshalb die Studierenden mit Tabellenkalkulationsprogrammen umgehen lernen und Statistik pauken müssen. Je nach Hochschule, persönlichem Interesse und Berufsvorstellungen spezialisieren sich die Studierenden im Verlauf des Studiums dann auf einen Teilbereich der Soziologie wie Jugend-, Familien- und Bildungssoziologie, Industrie- und Betriebssoziologie, Soziologie des Geschlechterverhältnisses, Medizinsoziologie, Arbeits- und Organisationssoziologie, Friedens- und Konfliktforschung oder empirische Sozialforschung und beschäftigen sich mit angrenzenden Wissensschaften wie Psychologie, Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaften, Politikwissenschaften oder Pädagogik.

Die Studiengänge: Grundständige Vollzeitstudiengänge der Soziologie werden an fast den meisten großen Universitäten angeboten. Je nach Ausrichtung des Studienprogramms heißen sie auch Sozialwissenschaft, Genderstudies (Geschlechterstudien), Europastudien (mit sozialwissenschaftlichem Schwerpunkt), u.ä.. Einen besonders guten Ruf unter Studierenden genießen die Unis in Augsburg, Bamberg, Bielefeld, Eichstätt-Ingolstadt, Jena, Konstanz und Mannheim.

Der Beruf: Soziologen sind Generalisten, die sich nicht auf einen bestimmten Beruf, eine bestimmte Branche festlegen lassen. Sie forschen an Hochschulen und staatlichen Forschungseinrichtungen und Ministerien und konzeptionieren Entscheidungsgrundlagen für die öffentliche Verwaltung, z.B. bei Stadtplanungsämtern, in der Sozialarbeit, Jugendhilfe, im Strafvollzug und im Gesundheitswesen (z.B. bei Krankenkassen). Sie erarbeiten Statistiken für die Marktforschung bei kommerziellen Markt- und Meinungsforschungsinstituten und bereiten Marketingkampagnen in Multimedia- und Werbeagenturen vor. Bei Verbänden und Organisationen des Wirtschafts- und Arbeitslebens, in politischen Parteien, bei kirchlichen Einrichtungen und Hilfsorganisationen aber auch in großen Unternehmen (z.B. Medien, Transportunternehmen, Automobilindustrie) analysieren sie soziologische, demografische und politische Daten und beraten bei der Entscheidungsfindung.

Die Berufsaussichten: Soziologie-Absolventen stehen viele Türen offen auch wenn die schwache Konjunktur auch auf dem Arbeitsmarkt für Soziologen Spuren hinterlassen hat. Doch wie für alle Gesellschafts- und Sozialwissenschaftler gilt es für einen erfolgreichen Berufseinstieg bereits während des Studiums Erfahrungen durch Praktika zu sammeln und Kontakte zu knüpfen. Dabei werden in den Stellenanzeigen selten explizit Soziologen gesucht. Stattdessen stehen Soziologen bei spannenden Jobs oft im Wettbewerb mit Politologen, Psychologen, Volkswirten oder Pädagogen.

STUDIENFINANZIERUNG DURCH STIPENDIEN
In Deutschland bieten viele unterschiedliche Organisationen Stipendien an. Fast alle verlangen von ihren Stipendiaten gesellschaftliches Engagement z.B. in einer Partei, in der Kirche, in Vereinen oder anderen Initiativen und/oder besonders gute Leistungen in der Hochschule. Wenige kleine Organisationen bieten auch Stipendien für besonders Bedürftige an. Ein Stipendium umfasst die die finanzielle Förderungen des Geförderten (z.B. für Lebenshaltung und/oder Studiengebühren, Büchergeld) und die ideelle Förderung des Stipendiaten (z.B. in Form von besonderen Mentorenprogrammen und Veranstaltungen).

Meistens muss man sich für ein Stipendium bewerben, bei einigen Organisationen muss man von anderen vorgeschlagen werden. Seit einiger Zeit bieten übrigens fast alle Stiftungen auch eine Förderung ab Beginn des Studiums an. Vorausgesetzt wird eine rechtzeitige Bewerbung – in der Regel mindestens 6 Monate vor dem geplanten Studienbeginn.

Interessierte sollten übrigens unbedingt an der eigenen Hochschule nachfragen, ob es noch lokale oder fachspezifische Angebote gibt, denn besonders die kleinen, wenig bekannten Organisationen beschränken ihr Stipendienangebot auf bestimmte Regionen oder Fächer. Eine umfangreiche Stipendiendatenbank gibt es übrigens unter www.e-fellows.net/forms/stipdb

NEUER EUROPÄISCHER MASTERSTUDIENGANG DER TUM: "CONSUMER AFFAIRS"
Verbraucherschutz und Konsumforschung sind Themen, für die sich heute nicht nur Verbraucher, sondern auch Unternehmen, Organisationen, Politik und Forschung interessieren. Der neue europäische Master-Studiengang „Consumer Affairs“, den die TU München zum kommenden Wintersemester einführt, setzt sich mit diesem weltweit aufstrebenden Forschungsgebiet der Verbraucherwissenschaften auseinander. Dabei stehen die Bereiche Verbraucherforschung, nachhaltiger Konsum, Marketing, Technologien im Dienste der Verbraucher sowie Lebensmittel und Ernährung im Fokus des Studiengangs, der im Rahmen des „European Master’s Programme in Consumer Affairs – EURECA) gemeinsam mit den Universitäten in Aarhus (DK), Wageningen (NL) und Warschau (PL) angeboten wird. Ingesamt dauert das englischsprachige Programm vier Semester und wird von der Europäischen Kommission unterstützt.

Neben den verbraucherwissenschaftlichen Grundlagen im ersten Semester, können Studierende 2 von 7 Spezialisierungen an den vier Universitäten auswählen. Die TU München bietet die Spezialisierungen „Consumer Technology and Innovation“ sowie „Sustainable Consumption“ an. An den drei Partner-Universitäten werden zudem die Spezialisierungen "Consumer Affairs Management", "Consumer Studies", "Food Policy and Management", "Marketing" und "Marketing Management" unterrichtet.

Die TU München kann jährlich Auslandsaufenthalte für 20 Studenten mit Stipendien in Höhe von 500 Euro/Monat finanzieren. Zudem besteht die Möglichkeit innerhalb von vier Semestern einen Doppelabschluss (an der TU und einer der Partner-Universitäten) zu erlangen. Bewerben können sich Absolventen, die mindestens einen Bachelorabschluss in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften oder in Natur- und Ingenieurswissenschaften mit wirtschaftswissenschaftlichen Grundkenntnissen vorweisen können. Einsendeschluss ist der 31.Mai 2009.

Potentielle Arbeitgeber sind grundsätzlich alle Organisationen, die sich mit Verbrauchern/ Konsumenten und Konsum beschäftigen. Dazu zählen die öffentliche Verwaltung, Unternehmen, Non-Governmental Organisations und Forschungseinrichtungen im In- und Ausland.

Weitere Informationen über Consumer Affairs an der TU München und über EURECA: www.mca.wi.tum.de und www.eureca-online.eu, Kontakt: Katja Aue Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

 

 

STUDIENWAHLTESTS:

  Studienwahlcheck CH: Großer Interessentest für Studienrichtungen... Was soll ich studieren?

  Hochschultypentest: Fachhochschule, Universität, duales Studium... Was passt zu mir?

  Realitätscheck: Job, Freizeit, Familie... was ist Träumerei, was ist machbar?

  Fachsimplertest: Welches Studienfach passt am Besten zu mir?


FÖRDERMITTEL:

  Einen finanziellen Zuschuss zur Studienberatung können Sie hier beantragen. 

 

SEMINARE FÜR ELTERN:

  Kostenlose Orientierungsseminare für Eltern, die ihre Kinder bei der Studienwahl unterstützen möchten.

 

KONTAKT: 

  Per Telefon:  030 / 61286923.

  Helpdesk: Fragen zur Studienberatung oder zur Studienwahl? Zum Helpdesk...

  Infopaket: Unsere Broschüre  als PDF

 

NEWS:

  Studienwahl.tv: Monatliche Internetsendung zum Thema Studienwahl. Ansehen...

  Facebook: planZ auf facebook: www.facebook.com/studienberatung oder www.facebook.com/Medizinstudent

  Bildungsletter: Neuigkeiten aus der Hochschullandschaft per Newsletter...

  Studienwahlblog: Wertvolle Infos zur Studienwahl auf unserem Blog...

  Studium lohnt: Studenten veröffentlichen ihre Erfahrungsberichte...
 

anne_telefon1.gif

© 2013 planZ Studienberatung - Studienwahl, Berufswahl, Studium und Karriere